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03.12.2020 09:00

Verbundenheit

Distanz und Abstand einhalten, es triggert mich derzeit sehr und ich habe mir erlaubt, es mir anzuschauen. Wo in mir ist dieses Gefühl spürbar? Welcher Schmerz sitzt da verborgen? Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, es heilen zu lassen?

Verbundenheit schafft Nähe, ich lade dich ein, dich mit dir und deinen Anteilen zu verbinden.

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New Vaccine for Erda flu (1) pixabay

Verbundenheit

Ein jeder Mensch hat Bedürfnisse, die erfüllt werden wollen. Es geht um dein wahrhaftiges Leben. Wie sind deine Werte? Was ist dir wichtig? 

Hätten wir Anfang des Jahres gedacht, dass uns Nähe, Dazugehörigkeit und Verbundenheit wichtiger denn je sein wird? Bilder von Festivals, Konzerten oder größeren Familienfeiern berühren unsere Herzen und den Wunsch nach wärmenden Umarmungen, oder nicht?

Verbunden sein - ein wahres Gut.

Als Baby benötigen wir die Liebe unserer Eltern, das Verständnis und die 100% verlässliche Aufmerksamkeit, es sichert unser Überleben und wir können gesund heranwachsen.

„Du musst nicht jedes Mal zum Kind laufen, wenn es schreit. Ich habe dich auch mal schreien lassen, guck dich an, was aus dir geworden ist. Das Schreien trainiert die Lungenflügel und formt den Charakter. Das Kind spielt euch doch aus und merkt sich, dass es mit dem Schreien durchkommt.“ 

Solche Sprüche habe ich von meinen Eltern und diese wahrscheinlich von ihren Eltern gehört, als wir mit 27 Jahren als junge, unerfahrene Eltern oft auf dem Zahnfleisch gegangen sind, um zum 100ten Male nach unserem „Schreikind“ zu schauen.

Ganz ehrlich? Meine Tochter kam 10 Wochen zu früh auf die Welt, sie wog 930g, wurde einige Tage beatmet, bekam Sondennahrung und hat ihre Mutter erst am 3. Tag gespürt.

Das Überleben ist in Gefahr gewesen, es fehlte die nötige Zuwendung, das Vertrauen in sich selbst. Da gab es nicht die Möglichkeit zu schreien, der Tubus lag über Mund und Nase, um sie künstlich zu beatmen. Und ich? Ich bemitleidete mich selbst, war still und introvertiert, selbst zum Weinen hatte ich anfangs nicht die Kraft. Es fühlte sich fremdbestimmt an, nicht handeln zu können.

Der Herzschlag meiner kleinen Tochter normalisierte sich jedes Mal sofort messbar, als ich mit einem „Hallo“ die Neugeborenen- Intensivstation der Frühchen betrat.

Wir sind immer verbunden. Gestern, heute und (über)-morgen. Liebe heilt alle Schmerzen und kittet offene Wunden, pflastert Schrammen und verbindet eitrige Prozesse, sodass Heilung aus der Tiefe heraus möglich wird. 

Und wenn sie  1000mal geschrien hätte, sie hatte das Recht, ihr Vertrauen aufzubauen und sich an Mama und Papa zu erfreuen, auch wenn der Moment eben nur eine Toilettenpause war. Die Augen strahlten, die roten Wangen waren vor Aufregung ganz heiß und das Lächeln einfach nur herzerwärmend, ehrlich und hypnotisierend. Ein starkes Magnetfeld, das von Herz zu Herz pulsiert und uns verbunden sein lässt.

Vielleicht basiert dieses intensive Gefühl der Verbundenheit aus unseren ersten Babytagen. Vielleicht!? Selbst die Schwangerschaft legt die Wurzeln des sich-verbunden-seins. Mit welchem Gefühl wird der Säugling willkommen geheißen? 

Ja, du kannst das Magnetfeld deines Herzens stärken, indem du dich deinem Herzen widmest und ihm Aufmerksamkeit schenkst. Ganz achtsam, denn es kann verletzlich sein, liebevoll und wertschätzend für jeden Herzschlag deines Lebens. Zu jeder wachen und schlafenden Stunde ist es für dich da, es hat soviel Power, Mut, Energie und Lebenswillen.

Sich verbunden fühlen, mit allem was in dir ist: Angst, Zweifel, Sorge, Wut, Zorn, Hass, Aggression, Sucht, Verlangen, Hunger, Neid, Gier, Macht, Trauer, Kummer, Scham. 

„Ich fühle dich! Und es ist okay! Liebes Gefühl, du darfst da sein, was brauchst du?“ Und dann verbinde dich mit diesem Anteil und lass es sich wandeln.

Verbundenheit innen bedeutet verbunden sein mit allem und jedem, der dich im Außen fordert. Wir sind alle aus der selben Quelle, die sich Liebe nennt!

In tiefer Verbundenheit,

deine Sandra